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Nach drei Spielen und drei Siegen in der letzten Saison, die aufgrund der Corona-Pandemie frühzeitig beendet wurde, starteten die Männer 1 aus Betzingen mit gemischten Gefühlen in die Saison 2021/22. Einerseits war man euphorisch und gespannt. Aufgrund der gezeigten Resultate hatte man gesehen, dass man eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen kann. Andererseits war man aber auch misstrauisch und beunruhigt, ob diese Saison nun wirklich mal zu Ende gespielt werden könne. Die Vorbereitung war unheimlich lange, da der Startschuss der Saison sehr weit nach hinten verlegt wurde. Trotzdessen war diese weit nicht so intensiv, wie in der Vorsaison und man legte den Fokus mehr auf das Handballerische anstatt auf Kondition und Fitness. Ob dies am Ende die richtige Methode war, werden wir noch erfahren.

Das erste Saisonspiel gegen Schönaich verlief sehr positiv und es hatte den Anschein, als würde sich der Trend der letzten Saison durchsetzen. Doch diese Euphorie wurde schnell mit dem ersten Heimspiel gedämpft. Hier kam ein großer Brocken auf die Mannschaft zu. Die Männer aus Renningen, die auch später den Aufstieg als Bezirksligameister feiern sollten. Man konnte hier nicht die Leistung zeigen, die man sich erhofft hatte, und verlor mit fünf Toren. Vielleicht auch etwas geprägt durch dieses Spiel, setzte sich eine gewisse Inkonstanz in den kommenden Spielen fort. Zuerst gewann man souverän gegen Tübingen, danach verlor man aber wieder deutlich in Altensteig, wo man letztes Jahr noch einen ungefährdeten Sieg einfahren konnte. So war es auch nicht verwunderlich, dass der – im Basketball würde man sagen „Buzzerbeater“ – im Heimspiel gegen Nebringen/Reusten einen Jubel auslöste, der seines Gleichen suchte. Man erhoffte sich, dass dies nun endlich der Impuls sei, den man gebraucht hatte. Das Ergebnis waren zwei Siege aus drei Spielen, wobei hier wohl eines der besten Saisonspiele gegen einen starken Gegner in Calw dabei war, bei dem man sich aber am Ende nicht belohnen konnte und mit einem Tor verlor. Danach folgte erneut ein großer Dämpfer. Corona machte wieder einen Strich durch die Rechnung und versetzte den Amateurhandball in die frühzeitige Weihnachtspause.

Trotz großer Zweifel konnte die Saison aber doch eineinhalb Monate später fortgesetzt werden. Diese Verschiebung führte auch dazu, dass man bereits das zweite Mal gegen bestimmte Gegner antrat, obwohl man gegen einige Mannschaften noch gar nicht gespielt hatte. Die Männer ließen sich dadurch aber nur wenig beeinflussen und fuhren aus den kommenden fünf Spielen vier Siege ein. Ärgerlich, dass auch hier wieder ein unkonzentriertes Spiel in Tübingen bzw. nennen wir es unkonzentrierte letzte 20 Minuten, in denen man das Spiel, in dem man mit sieben Toren geführt hatte, noch aus der Hand gab, dabei war. Ein Funken Hoffnung in Sachen Aufstieg war zwar noch da, wurde aber mit der Niederlage gegen den damaligen Tabellenvorletzten in Unterhausen im Keim erstickt. Zwar trat man hier mit einer – aufgrund von Verletzungen und Coronafällen – aus dem Notnagel gezauberten Truppe auf, jedoch war das keine Entschuldigung.
Den Rest der Saison konnte man somit nun mehr oder weniger frei aufspielen. Die erneut denkbare Niederlage im zweiten Spiel gegen Calw und ein verfahrener Auftritt in Großengstingen spiegelten aber genau den Verlauf und die Erkenntnis wider, dass in bestimmten Momenten einfach das gewisse Etwas fehlte. Sei es die „Abgezocktheit“, die Erfahrung, das Glück, die Überzeugung oder auch der Wille. Man konnte aber auch mit einem Kantersieg daheim gegen Großengstingen und einem guten letzten Saisonspiel gegen den Meister aus Renningen, in dem man lange Zeit auf Augenhöhe agierte, zeigen, dass man durchaus das Zeug zu mehr hat. So beendeten die noch immer als Aufsteiger geltenden Herren 1 aus Betzingen, die Saison mit einem beachtlichen vierten Platz.

In der kommenden Saison soll nun mit dem neuen Co- bzw. Athletiktrainer Christian Kirchmann vor allem die Fitness und Kondition ausgebaut bzw. bei manchen erstmal aufgebaut werden. Es ist eine harte und lange Vorbereitung zu erwarten, aus der man aber hoffentlich stärker herauskommt und die aufgezeigten Fehler wettmachen kann. In diesem Sinne bin ich und hoffentlich auch ihr gespannt auf die kommende Saison und freue mich, wenn es wieder heißt: „Hier regiert des TSV!“